Der kleine Schritt

Den Motor nicht warm laufen lassen

Immer wenn es morgens so richtig kalt ist, kann man vor den Türen der Eigenheimbesitzer ein eigenwilliges Ritual beobachten – eine ungeeignet gekleidete Person huscht vom Haus zum Auto, setzt sich kurz hinein, startet den Motor und huscht wieder ins Haus. Minuten später kommen die Mitfahrenden dann fertig gekleidet und setzen sich in den Wagen, um loszufahren – ergibt das ›Warmlaufenlassen‹ Sinn?

Warum sollte man den Motor nicht warmlaufen lassen?

Der rechtliche Aspekt: §30 StVO

Bei der Benutzung von Fahrzeugen sind unnötiger Lärm und vermeidbare Abgasbelästigungen verboten. Es ist insbesondere verboten, Fahrzeugmotoren unnötig laufen zu lassen (…)

Der technische Aspekt: Das sagt der ADAC

Es macht unnötigen Lärm, erhöht den Verschleiß und bringt zudem nicht viel.

Um es noch einmal klar auszudrücken: ein moderner Motor verfügt über gute Kaltstarteigenschaften und läuft besser warm, wenn er über die ersten Kilometer schonend gefahren wird. Im Standgas hingegen erhöht sich der Verschleiß bei gleichzeitig sehr hohem Verbrauch.

Wie sollte man statt dessen mit dem kalten Auto umgehen?

Eine wesentliche Frage im Bezug auf das Auto bleibt natürlich bestehen – muss ich das Auto bewegen? Oft wird die Antwort ›ja‹ sein, aber gerade auf der Kurzstrecke: gibt es häufig Optionen zum Auto fahren.

Wenn das Auto aber bewegt wird, dann bieten sich folgende Alternativen zum Warmlaufen lassen des Motors an:

  • Bei der Ausstattung des Wagens:
    • beheizbare Heckscheibe und bei einigen Herstellern auch Frontscheibe
    • beheizbares Lenkrad und Sitze
    • bei Elektroautos: das Vorwärmen des Fahrzeugs (und des Akkus) per App.
    • Für Winter-Vielfahrer: eine Standheizung. Diese lässt sich per Fernbedienung oder Timer starten, reduziert den Verbrauch und verbessert die Kaltstarteigenschaften erheblich.
  • Beim Abstellen des Wagens
    • Abstellung unter eine Überdachung oder einem Carport
    • Einsatz einer Halbgarage
    • Nutzung einer Frontscheibenabdeckung
    • für den Innenraum Entfeuchterkissen (oder eine ausgelesene Zeitung im Fußraum) im Auto lassen – das bindet die kondensierende Feuchtigkeit und verhindert ein Vereisen von Innen.

 

Hörbeitrag in der Lotte-Mediathek